11/24 — future raw Website mit Material-Inspektor
Im Zeitalter der Energie- und Ressourcenwende stellt sich die Frage: Wie roh können Rohstoffe künftig noch sein? Und wie verändert der Einsatz von Sekundärrohstoffen die materielle Kultur, aber auch Gestaltungs- und Produktionsprozesse?
Im future raw Materialinspektor ↗ bekommen Nebenprodukte, Reststoffe und Abfälle eine Bühne und können dort im Grenzbereich zwischen Physischem und Digitalem im Hinblick auf Ihre visuellen und funktionalen Qualitäten erkundet werden.


Um den Bedarf an Primärrohstoffen zu reduzieren, müssen bisher ungenutzte Stoffe effizient verwendet werden. Eine effektive Abfallverwertung bietet nicht nur wirtschaftliche Vorteile, sondern insbesondere ökologische und soziale. Die regionale Nutzung von Ressourcen trägt dazu bei, Lieferketten kurz zu halten, Abhängigkeiten zu reduzieren und regionale Stoffkreisläufe zu schließen.
Doch die notwendige Ressourcenwende ist weit mehr als eine technische Herausforderung – sie fordert auch einen kulturellen und gesellschaftlichen Wandel. Welche Materialien formen künftig unseren Alltag? Von welchen (materiellen) Ästhetiken müssen wir uns verabschieden? Und an welche neuen haptischen und visuellen Eindrücke gilt es, sich zu gewöhnen?
Das Projekt future raw – Digital Strategies for Material Storytelling begegnet diesen unbekannten Materialzukünften. Ausgangspunkt sind die lokalen Begebenheiten des Produktionsstandortes Sachsen. Ob in Handwerk, Landwirtschaft oder Industrie – wo gehobelt wird, fallen sprichwörtlich Späne. Eben diese Nebenprodukte, Reststoffe oder Abfälle werden zum Gegenstand der gestalterischen Untersuchung. Digitale Werkzeuge eröffnen dabei neue Perspektiven: 3D-Scans zeigen rohe Reststoffartefakte, 360°-Aufnahmen geben Einblick die Orte des Geschehens, Steckbriefe und Stoffströme die Einbettung von Reststoffen in Stoffströme. Der Materialmixer, ein Struktur- und Farbtool bietet Ausblick auf künftige Konfigurationen von Reststoffen. Der Materialinspektor ist eine Sammlung facettenreicher Materialgeschichten, die dokumentarische und erzählerische Elemente miteinander verweben. Sie machen die unsichtbaren Prozesse, Wege und Potenziale von Reststoffen sichtbar.

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